Interview mit Cristin Terrill

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Cristin Terrill ist eine Jugendbuch-Autorin und wohnt in Silver Spring, im Bundesstaat Maryland. Ihr erster Roman „Zeitsplitter“ (original: All Our Yesterdays) erschien am 14. Februar 2014 bei Bastei Lübbe.

Wir freuen uns sehr, dass sie sich die Zeit für ein E-Mail-Interview mit uns nehmen konnte!

 

Looks @ Books: Liebe Frau Terrill, vielen Dank für Ihre Zeit. Wie haben Sie die Idee zu „All Our Yesterdays“ bekommen?

Cristin Terrill: Die Inspiration zu „All Our Yesterdays“ kam eines Nachts, als ich nicht schlafen konnte. Ich bin um etwa 3 Uhr morgens aufgestanden und habe den Fernseher angedreht, und da lief  „Terminator“. Also schaute ich den „Terminator“ an und meine Gedanken wanderten, weil ich schläfrig war, und ich habe angefangen mir vorzustellen, wie es wäre, wenn der mörderische Roboter aus der Zukunft der Gute wäre anstelle des Bösewichts. Und weil ich für Jugendliche schreibe, habe ich auch darüber nachgedacht, wie es wäre, wenn es eine Teenagerin statt eines Roboters wäre. So entstand die Anfangsidee für „All Our Yesterdays“.

 

L@B: Wie lange hat es gebraucht, bis Sie diesen komplizierten aber fantastischen Plot ausgearbeitet hatten?

C.T.: Die Geschichte kochte für ein paar Jahre in meinem Hinterkopf, während ich an anderen Sachen gearbeitet habe, aber als ich dann bereit war, daran zu arbeiten, war sie ziemlich ausgeformt. Es war so etwas wie eine magische Erfahrung, von der ich nicht erwarte, dass sie mir jemals noch mal passiert!

 

L@B: War es schwierig, die Szenen zu schreiben, in denen die älteren Versionen Ihrer Charaktere die jüngeren treffen?

C.T.: Definitiv, vor allem aus einem rein technischen Blickwinkel. Die Pronomen wurden WIRKLICH verwirrend! Es war wirklich schwierig, klarzumachen, wer wann eigentlich gesprochen hat. Aber auch eine hochemotionale Szene zu schreiben, ist immer schwierig, und diese war besonders anspruchsvoll, weil ich keine persönliche Erfahrung habe, aus der ich schöpfen kann. Ich stand niemals von Angesicht zu Angesicht mit einer anderen Version meiner selbst, deswegen habe ich keine Ahnung, wie sich das anfühlen würde!

 

L@B: Was wird im zweiten Buch passieren und wann wird es voraussichtlich veröffentlicht?

C.T.: Leider kann ich keine der beiden Fragen beantworten! Die eine, weil die Ereignisse des zweiten Buchs immer noch ein Geheimnis sind, und die zweite, weil ich eigentlich noch gar nicht genau weiß, wann es veröffentlicht wird!

 

L@B: Wenn man Ihr Buch liest, kann man ganz leicht erkennen, dass Sie wirklich etwas von Ihrem Handwerk verstehen. Wenn man Ihre Biografie durchliest, kann man auch ganz leicht herausfinden, warum das so ist: Die haben am Shakespeare Institute in Stratford-upon-Avon studiert. Was haben Sie von Shakespeare gelernt? Was würden Sie selbst als „gute Literatur“ bezeichnen?

C.T.: Das sind so schwierige Fragen! Um ehrlich zu sein, habe ich mein Shakespeare-Studium nie wirklich mit meinem eigenen Schreiben verbunden (außer dem Offensichtlichen, wie z.B. den Namen meiner Hauptfigur und den Titel meines Buches von ihm zu stehlen 🙂 ) Zum einen habe ich Shakespeare aus einer theatralischen Perspektive und keiner literarischen studiert, und ich habe mir nie eingebildet, dass ich fähig dazu bin, Shakespeare in meiner eigenen Arbeit in irgendeiner Weise nachzueifern, weil er ein einzigartiges Genie war und ich bin es… nicht. Aber ich denke meine lebenslange Liebe zu Geschichten, die mich auch dazu gebracht hat, Shakespeare studieren zu wollen, trägt am meisten dazu bei, was ich schreibe und wie ich es schreibe, deshalb denke ich, das verbindet diese zwei Elemente. Shakespeare hat jede Menge zu vermitteln: fein nuancierte Charakterisierungen; vielschichtige Plots und Themen; die Wichtigkeit, jedes Wort sorgsam auszuwählen; die Tatsache, dass die Form genauso viel Bedeutung vermitteln kann wie der Inhalt; und noch mehr!

Was „gute Literatur“ angeht, ich glaube ich würde sie definieren als eine Arbeit, die a) versucht etwas Umfangreicheres über die menschliche Verfassung auszusagen, und b) für uns bedeutsam bleibt, auch wenn Zeit vergeht. Aber auch wenn ein Buch diese Kriterien nicht erfüllt, heißt das nicht, dass es nicht gut ist oder nicht wertvoll. Ich glaube an die Zwangsherrschaft der „guten Literatur“ nicht mehr, als dass ich an die Existenz von „Lastern“ glaube. Alle Bücher erfüllen irgendwann einen guten Zweck für irgendjemanden!

Danke noch einmal!

Das Original auf englisch gibt es >hier<!
Außerdem steht auch bereits eine Buchrezension zu „Zeitsplitter“ online!

Mehr Informationen zur Autorin ist auf www.cristinterrill.com zu finden!